NoBluff.net Die bei Turnieren bevorzugt gespielten Pokervarianten sind Seven Card Stud, so bei der alljährlich von den Casinos Austria im Casino Baden bei Wien veranstalteten Poker-Europameisterschaft, und Texas Hold'em wie bei der World Series of Poker, der ursprünglich von Binion's Horseshoe Casino in Las Vegas ausgerichteten Poker-Weltmeisterschaft; das Finale der nunmehrigen World Series of Poker findet im Rio All-Suite Hotel and Casino in Las Vegas statt. Poker-Turniere werden nach dem Freeze out system, einer Art K.-o.-System durchgeführt. Die genaue Form der Abwicklung weicht in Details vielfach ab, die nachstehend angeführte Art lässt sich auch zuhause spielen. Aus theoretischer Sicht ist es in jeder Situation optimal, die Entscheidung mit dem höchsten Erwartungswert zu treffen, d. h. die Entscheidung, die einem im Mittel die meisten Chips einbringt. Beispielsweise ist eine Entscheidung, bei der man in 10 % der Fälle 15 € gewinnt, und in 90 % der Fälle 1€ verliert, klar einer anderen Spielweise vorzuziehen, in der man in 50 % der Fälle 10€ verliert und in den anderen 50 % 10€ gewinnt. Eine Grundvoraussetzung ist, das Konzept der Pot-Odds zu verstehen und anwenden zu können. Wichtig ist ferner, die eigene Position bei Entscheidungen zu berücksichtigen. Eine von mathematischer Seite besonders weit erschlossene Pokerform stellen sit and go-Turniere dar. Für deren Spätphase, in der die Chips der Spieler klein sind gegenüber den Blinds, existiert ein mathematisches Modell (Independent Chip Model), mit dessen Hilfe Entscheidungen getroffen werden können.[4] Poker und künstliche Intelligenz Es wird inzwischen als große Herausforderung angesehen, eine Künstliche Intelligenz zu erstellen, die auch gegen professionelle Pokerspieler bestehen kann. Auf dem Gebiet des Schachspiels können heute spezielle entwickelte Supercomputer ohne größere Probleme die besten Spieler schlagen. Der Grund dafür ist, dass der Computer die Position der Figuren und die möglichen Aktionen kennt. Er muss nur noch den besten Zug ausrechnen. Beim Poker kennt die Rechenmaschine jedoch nur ihre eigenen Karten. Sie muss erkennen, ob der Spieler blufft oder ob er wirklich ein starkes Blatt hält. Dazu kann er nur das Setzverhalten des Gegners analysieren, Tells, also physische Reaktionen des Spielers, kann er nicht erkennen. Eine weitere Schwierigkeit für einen Computer ist, dass es beinahe unmöglich ist, alle möglichen Spielaktionen durchzurechnen. Schon im Heads-Up der Spielvariante Texas Hold'em gibt es in einer Hand eine Trillion (1018)[5] mögliche Verläufe. Deshalb muss ein guter Computer zwangsläufig Spielzüge und Kartenwerte verallgemeinern, um erfolgreich zu sein. Deshalb wurde Poker in letzter Zeit für Spieltheoretiker immer interessanter. Im Juli 2006 traten im Rahmen der Jahreskonferenz der amerikanischen KI-Forscher in Boston die besten Poker-Computer gegeneinander an. Mehrere professionelle Schachspieler wurden auf diese Entwicklung aufmerksam, der diplomierte Schachtrainer Ivo Donev gewann sogar ein Armband bei der World Series of Poker. Diese Entwicklung bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Hacker knackten den Code eines solchen Computers und setzten Teile des Codes in Pokerbots ein. Diese Bots können lukrativ beim Online-Poker eingesetzt werden.
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